Mal ganz ernst

Durch Zufall fand ich vorhin auf Instagram Bilder von einer Lady, die ich über SL kennengelernt und die ich dort unter der Kategorie „echt blöde Tusse“ eingeordnet habe. Doch ihre RL-Bilder… hm. Sie sieht sympathisch aus, mehr als das, sie sieht aus wie der Typ Frau, den ich gerne mag. Rundlich und gut proportioniert, auf den meisten Bildern lacht sie oder schneidet Gesichter, sie hat wirklich tolle Klamotten an, ganz mein Geschmack, und was sie sonst noch liebt an Musik, Natur und Kunst, das gefällt mir auch.

In SL war bzw. ist (keine Ahnung, ich habe sie ja auf die Mute-Liste gesetzt) sie nervig. Ihr Lieblingsbeschäftigung war nicht das RP, sondern Herziehen über andere und Jammern, dass sie keiner beachtet, dass es kein RP mehr gibt, dass alle anderen einfach zu blöd sind, um zu spielen bla bla bla. Ich schwankte immer zwischen Mitleid und Abscheu, aber hatte dann doch die Faxen dicke, als sie meinte, ich wäre an ihrem Elend Schuld.

Und jetzt weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie ich diese Erkenntnisse einordnen soll. Wer ist man eigentlich? Was hat die Pixelfigur in SL mit einem selbst zu tun? Lässt man dort alles raus, was man im Alltag wegdrücken möchte? Das Unsympathische an einem selbst?

Warum denn gerade dieses? Warum zeigt man nicht z. B. seine Schokoladenseite? Zu anstrengend? Dabei ist Nettsein viel leichter als das Gegenteil, das bestätigen sehr viele, die in einem RP mal den Bösewicht spielten.

Oder wählt man dort eine Rolle, die eine seltsame Eigendynamik entwickelt? So dass man gar nicht mehr in der Hand hat, wer man sein möchte? Das ist natürlich möglich, denn „ich selbst“ ist ja ein dynamisches Gebilde aus dem, was ich als in mit vorhanden empfinde und aus dem, was mir mitgeteilt wird von dem, wie andere mich empfinden.

Es wäre natürlich spannend, dieser Frage nachzugehen. Aber die dazu gehörenden Fragebogen zu entwerfen und sie anschließend auszuwerten, dazu habe ich natürlich weder Zeit noch Lust. Aber interessant wäre es natürlich schon…

Ich nehme sie jedenfalls mal von der Muteliste. Sollte sie mich nerven, gucke ich mir einfach wieder ihre Bilder an. Die kann ich wirklich genießen 🙂

Segelurlaub

sailing3
Hin und wieder locken die Weiten, die SL sonst noch zu bieten hat. Nach und nach komme ich zu der Überzeugung, dass es einen giftig und rechthaberisch macht, wenn man immerzu auf einer Sim abhängt und auf RP lauert. Oder sich in persönliche Querelen („OOC-Streitereien“) verliert. Zum Glück ist da ein guter Freund, der immer mal heraus lockt. Die Segeltour durch das virtuelle Norwegen war einfach fabelhaft. Wir haben nicht viel geredet – bzw. ich habe wohl viel geredet, während er mit der Bedienung des Schiffes befasst war, und so kam doch ein duchschnittliches Redeaufkommen zustande.
Meine liebe Freundin Svea meldete sich heute, also die Tahama aus dem Wüsten-RP. Sie ist froh, ein paar Hemmschuhe losgeworden zu sein und genießt das sekundäre Leben im Moment „einfach so“. Ich gönne es ihr von Herzen. Sie hat so lange alles Erdenkliche unternommen, ihr kleines Fort zu beleben und unterhalten. Leider hatte sie kaum Unterstützung. Dabei ist sie eine der spannendsten Spielerinnen, die kenne. Gut, dass sie es jetzt RP stressfrei hat!

Vor vielen Jahren …

writing_001
Gerade las ich ein bisschen in den Blogs, vor allem bei Bart. Ist das schon 7 Jahre her, als SL und slinfo eine spannende Novität waren? Wie die Zeit verrauscht. Wobei ich zugeben muss: Meine Besuche bei slinfo blieben spärlich. Im Gor-Unterforum gab es so viele Vielschreiber, die für mein Gefühl Eitelkeit an den Tag legten. Mag ich nicht.

Anders war es in SL. Zwar war das Gor, das ich bis dahin kannte, in SL selten anzutreffen. Sehr selten. Ich kannte Gor als Chat-Gesellschaft mit etlichen Communities. Öfter wurde mal angedacht, eine große goreansiche Gemeinschaft unter einem „offiziellen“ Label zu haben, aber es ging nie über ein paar Treffen hinaus. Für mich war das gut, ich mochte meine kleine überschaubare „Familie“ auf Gor mit Herr und Herrin und einigen Nachbarn mit Sklavenanhang. Mehr brauchte ich nicht. Es waren belesene Menschen, die sich einer ausgefeilten Wortwahl bedienten. Man musste um ihre Sympathie kämpfen. Dort Sklavin zu werden, war schwierig. Ich weiß noch, wie glücklich ich war, als man mir virtuell das Collar umlegte.

In SL war das zunächste kaum anders. Nach SL kam ich, da ich, warum, weiß ich nicht mehr, Ko-Ro-Ba in die Suchmaschine eingab. Es tauchten interessante Bilder auf. Zuerst war die Tatsache faszinierend, dass es Bilder von Ko-Ro-Ba überhaupt gab, die nicht gezeichnet waren, sondern wie aus einem Spiel wirkten, etwa UO oder so etwas, aber viel schöner als UO. Am selben Tag noch lud ich mir den Viewer und war erstaunt, dass er auf meiner alten Kiste problemlos lief. Nach ein bisschen Lauf- und Flugtraining kam ich nach Ko-Ro-Ba.

Die bunte Welt ließ mich nicht mehr los. Ich hörte in Ko-Ro-Ba das goreanische Radio. Ich diskutierte mit den Stadtsklaven, ich probierte das Bad aus… Im Textchat erzählte ich davon, und alle sahen sich verwundert die Gor-Welt in SL an. Wir stellten Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede fest. Der gewaltigste Unterschied wurde klar, als ich eines sonntags morgens alleine in ein Städtchen kam und gefangen, gefoltert und gekillt wurde. Einfach so. Ich war doch ein Nichts und Niemand, und die Simbesitzer richtig coole Schweine, denen es nicht blutig genug zugehen konnte. Sprachlich war ich ihnen überlegen, obwohl auf dieser Sim nicht meine Muttersprache gesprochen wurde. Doch es war eindeutig: In dieser SL-Gor-Stadt zählten nicht die Worte, nicht die diffizil zum Ausdruck gebrachten Gefühle, sondern die „harte“ action. Ich tpte tot davon und bekam noch per IM Schmähungen nachgerufen, so dass mir klar wurde: In SL-Gor sind auch Menschen, mit denen ich bisher nichts zu tun hatte, und die ich wahrscheinlich auch im realen Leben meiden würde.

Ich habe mich bemüht, immer bei denen zu bleiben, die nicht einfach um der action willen mich oder jemand anderen opfern. Weitgehend ist mir das gelungen. Weiter interessierten mich auch die Eitlen sehr wenig. Sie haben meistens nur anderen Eitlen etwas zu bieten, und manchmal nicht einmal solchen. Sie suchen Claqueure. In mir finden sie keinen. Also lasse ich sie einfach.

Meine ehemaligen Mit-Gor-Chatter hatten auch eine Zeitlang eine schöne Sim, aber sie sind nach wie vor extrem wählerisch. Da sie nicht jede dahergelaufene Person als Sklavin aufnehmen wollten, haftete ihnen schnell der Ruf des Elitären an. Vielleicht sind sie das auch. Auf Claqueure und Mitläufer waren und sind sie nicht angewiesen. Und Klasse sieht nur von unten elitär aus.
Was Klasse von den Eitlen unterscheidet? Ganz einfach: Klasse nimmt Rücksicht auf andere. Eitlen ist man egal als Mensch und Sklavin.

Wenn jemand sagt: „Ich bin schon 5/7/10 Jahre auf Gor und daher ein Top-Spieler!“, dann kann man getrost davon ausgehen, den eitlen Typ vor sich zu haben. Die Anzahl der Jahre auf Gor ist wenig aussagekräftig. Ich bin immer wieder erstaunt, mit wie wenig Wissen über Gor sich Spieler jahrelang perfekt durchmogeln.

Und sich selbst als „Rollenspieler-Elite“ zu bezeichnen, ist gewagt. Ich musste ja mal mit einigen aus dieser Kategorie zusammen spielen. Und konnte über so viel gekünstelte reine Selbstdarstellung nur die Schulter zucken. Wenn Leute über andere hinweg „ihr Ding“ machen wollen – bitteschön. Aber da muss ich nicht dabei sein. Wenn sie Lobhudler und Opfer brauchen, dann sollen sie sich die suchen müssen 🙂

Gor-Gören

schmiede_001
Das ist offenbar ein Thema, dass man immer wieder aufgreifen kann, ohne dass es recht durchdringt in die Allgemeinbildung der Mitspieler. Auf Gor ein freches Gör spielen… geht das? Wie geht das?

Ich bin gerade dabei, die (OOC-) Gespräche der letzten Woche aufzuarbeiten, um für heute den fehlenden Rahmen zu entschuldigen. Eine Mitspielerin hatte Sorge, dass man nur unbedingt brav und korrekt sein muss als Freie oder Sklavin auf Gor. Nein, so ist das nicht. Man kann allerhand in diesen Rollen „machen“, bewegen auch, aber man sollte sich der Konsequenzen bewusst sein. In den Gor-Romanen zieht sich wie ein roter Faden folgendes Konstrukt durch:
1. Da ist ein Mann, der weiß, dass er von der Natur dazu ausersehen und ausgestattet ist, zu dominieren.
2. Da ist eine Frau, schön oder durchschnittlich (aber nie häßlich), die sich als Neutrum oder als gestaltungswillig gibt, was ihr eigenes Schicksal angeht.
3. Die beiden kommen zusammen, es gibt eine kurze oder lange Auseiandersetzung, und schließlich trägt der Mann den Sieg davon, die Frau ist die Unterlegene. Sie akzeptiert dies auch meist schnell.
4. Die Frau gewinnt aber auch, da sie zu ihrer „wahren Natur“ und sexueller Erfüllung gefunden hat.

Mit dieser Vorlage kann man jetzt einverstanden sein oder nicht. Wenn man meint, dass es Humbug ist, und man den Mitspielern beweisen möchte, dass es Humbug ist, sollte man das nicht in einem Spiel tun. Eine Frau, eine Kajira, die lauthals auf ihre Rechte aufmerksam macht, bleibt nicht lange ohne massiven Gegendruck bis zur Kaltstellung (z. B. durch Gefangennahme). Im realen Leben ist diese „Philosophie“ natürlich Humbug. Sie ist zu schlicht. Sie deckt viele Probelmstellungen des alltäglichen Lebens gar nicht ab. Sie funktioniert nur in einer Welt, die extra dafür konstruiert ist, dass in ihr diese Philosophie funktioniert. Als Romanschreiberling darf man sowas machen. Ich kann natürlich schreibend eine Welt erfinden, in der Magie funktioniert. J.N. hat eben eine Welt erfunden, in der oben dargestelltes Muster funktioniert.

Wir bewegen uns in einer Parallelwelt, einer Gegenerde. Und das sollte man im Hinterkopf haben. Es spricht nichts dagegen, sich zu wehren, zu zicken, zu versuchen, die Männer unterzukriegen. Es ist sogar spannend. In einem der Gor-Romane gibt es eine schöne Sklavin, die selbst über Sklaven verfügt. Natürlich ist sie ungemein arrogant. Letztendlich muss sie auch vor Tarls Männlichkeit kapitulieren, wir wissen ja, dass Tarl die Aufgabe, Widerspenstige zu zähmen, sehr gern auf sich nimmt. Talena entgleitet ihm immer wieder, über die 28 Bände hinweg, soweit mir bekannt (die letzten habe ich nicht mehr gelesen), aber irgendwann wird sie ihre Unterwerfung auch wahr und entgültig machen.

Doch, und jetzt komme ich endlich zum Punkt: Man verschenkt viele Möglichkeiten, wenn man es sich zu leicht macht.
Wo kann man es sich zu leicht machen?
Einmal beim Einstieg. Als leicht bekleidete Frau in einer Stadt aufzutauchen und Aufmerksamkeit und Candies einzufordern… da hat sich aber jemand keine Mühe gegeben. Wenn ich fremd in eine Stadt komme, ist das ein seltsames Verhalten. Es ist schon klar, da will jemand Aufmerksamkeit und bespielt werden. Aber, liebes Mädel, etwas wollen und etwas bekommen sind doch zweierlei. Investiere doch etwas Gehirnschmalz in eine gute Story. Überlege, wie du dich verhalten würdest, wenn du aus dem Wald in eine Stadt kommst. Wie du nach langer Einsamkeit auf die Menschen reagierst. Die „Städter“-spielenden Mitspieler werden das VIELLEICHT aufnehmen, wenn es ihnen gefällt, wie du spielst. Sie müssen das nicht. Vielleicht ist ihnen etwas anderes gerade wichtiger. Du musst sie locken.

Natürlich schadet Arroganz nicht dem Spiel. Nur musst du dir schon darüber im Klaren sein, dass es nicht so geht: „Da ist eine, die so herrlich arrogant ist, lasst sie uns zur Ubara machen!“ Es kann natürlich klappen, aber meist geht es anders. Wer eine so starke Figur spielt (= mit dominanten Eigenschaften daherkommend), kriegt starken Gegendruck, da wird nicht lange gefackelt.
Wenn du ein längeres, diffizileres Spiel möchtest: Bau deinen Charakter nicht zu stark. Lass ihn ruhig schüchtern sein, oder arm, oder von Sehnsüchten gequält… und lass den anderen Zeit, sich auf deine Eigenschaften einzustellen. Schnelle Unterwerfung ist genauso langweilig wie wochenlanges Zicken. Die Geschichte ist entscheidend. Die Zufriedenheit der Beteiligten sollte das Tempo vorgeben, nicht die Durchsetzung deiner Interessen.

Noch was liegt an: Warum nimmt man sich eine Gefährtin oder einen Gefährten?
Liebe allein reicht da nicht. Liebe findet der Goreaner sozusagen an jedem Straßenrand. Nicht nur einfach Sex, sondern Unterwerfung mit anschließender totaler Hingabe, solange er sie wünscht. Eine mögliche Gefährtin sollte schon mehr mitbringen: Vermögen, eine saubere Vergangenheit, Ansehen, hausfrauliche Tüchtigkeit, einen guten Namen, ein gebärfreudiges Becken natürlich… gute Gene. Aus Liebe zu heiraten ist natürlich möglich, aber auf diesem Hintergrund absonderlich. Man kann durchaus jemanden zur Gefährtin machen, den man nicht liebt. Es heißt ja auch bewusst GEFÄHRTIN und nicht Geliebte. Eine Gefährtin ist ein guter Steuermann, der dem Kapitän hilft, das Schiff eine gewisse Zeit über durch die Stürme zu steuern. Es ist tatsächlich ein Vertrag zu machen, in dem die Pflichten genau geregelt sind.

Einen originellen Vertrag habe ich in Sand Sleen einst gehört. Da war ich ein paar Tage gefangen und durfte bei einer Vertragsschließung den Kelch überreichen. Der Vertrag wurde ganz verlesen, er war witzig und unterhaltsam verfasst, und da stand tatsächlich:
Der Gefährte hat Anspruch auf Nachkommenschaft. Doch nach dem ersten Kind darf die Gefährtin den Vertrag lösen, ohne Angabe von Gründen. Wünscht er weitere Kinder mit ihr, soll er nach Ablauf eines Jahres sie mit einem Gedicht und einer Talenderblume darum bitten.
Haaachmach, ich fand das schön. Es stecken so viele Möglichkeiten darin! Nehmen wir mal an, nach einem (RP-)Jahr will er sie noch weiter als Gefährtin. Für manche Männer ist es gar nicht so einfach, ein schönes Gedicht zu schreiben. Er wird am Forum oder Marktplatz sich rumtreiben und die Ohren offenhalten nach einem Dichter. Er wird Leute in Gespräche verwickeln und sie nach dichterischen Fähigkeiten abchecken. Er muss in der Tahari irgendwie zu einer Talenderblume kommen. Es sind anspruchsvolle Aufgaben, die in diesem Vertrag stehen!

Und so wünsche ich mir RP. Witzig, unterhaltsam, mit anspruchsvollen Aufgaben.
Naja, ich denke, nun wisst ihr, warum ich die Angebote, eine Gefährtin zu werden, dankend abgelehnt habe bisher. Langweilige Vertragstexte, 0815-Vertragsfeiern, keine Aufgaben und Hindernisse, nicht der geringste Thrill. Und wer mich EnKara abkaufen möchte, sollte sich auch etwas einfallen lassen 😉 Einfach kann doch jeder, wa.

Ein Blog bringt Geld

schule_001
Gestern war ein wundervoller Tag. Zwar stürmte es wie Sau hier, ich bin mehreren umgefallenen Bäumen ausgewichen, aber ich durfte früher von der Arbeit nach Hause wegen eines fetten Staus auf der Autobahn. Der Chef sagte: „Alle Pendler sollen mal schauen, dass sie nach Hause kommen – es ist wirklich brenzlig auf den Straßen.“
So verpasste ich auch diesen Anruf nicht, denn das Telefon klingelte, just als ich die Tür aufmachte.

Ob ich denn weiterhin regelmäßig über Gor bloggen wolle? Ja sicher, war meine Antwort, um gleich einzuschränken: Naja, es geht nicht mehr so oft, ich habe ja nun wieder einen Job, und den am Computer, ich kann in meiner Freizeit nicht so viel wie früher an der Kiste sitzen, ich muss mehr Ausgleichssport machen usw.

Deswegen rufe er ja an, meinte Josie Harris von der niederländischen Werbe-Consulting-Gesellschaft NCAB. Gor sitzt in den Startlöchern, ein eingetragenes Markenzeichen zu werden. Und das hätte zur Folge: Jeder Gor-Blogger, der sich registrieren lässt und im Sinne der NCAB seine Beiträge gestaltet, bekommt pro Blogeintrag 3,00 € gut geschrieben. Das erbloggte Geld kann er sich dann auszahlen lassen, in Linden-Dollars oder auf ein PayPal-Konto, oder dem Real-Life-Gor-Project auf den Kleinen Antillen spenden. Jedenfalls sei es eine kleine finanzielle Beigabe, so dass man vielleicht doch auf ein die ein oder andere Überstunde verzichten könne – und statt dessen fleißig bloggen. Ob ich da Interesse hätte?

Ja aber klar doch! Die nächsten Tage bekomme ich einen Freischalt-Code. Ich freue mich echt ganz doll, dass mein Blog für würdig erachtet wurde. Freut euch mit mir und EnKara, denn ich werde jeden erbloggten Cent natürlich an EnKara spenden, auf dass die coole Gor-Schule weiter geht!

Dem Freund, den ich nie traf

shin
Es ist ja abzusehen, dass die ganze Crew der alten Enterprise eines Tages nicht mehr ist. Doch immer, wenn einer dieser Schauspieler den Kommunikator für immer abgibt, bin ich sehr traurig und nachdenklich. Ging schon mit dem Tod von Pille, später dann mit dem von Scotty, für mich eine Ära zu Ende, so ist jetzt ein sehr schmerzhafter innerlicher Riss da. Ja, Mr. Spock. Du hast mich einst gerettet. Ich hätte schon zu Lebzeiten deinem Darsteller Nimoy einen Brief schreiben sollen, um mich zu bedanken. Ich dachte immer: Neee, der bekommt sicher tausende solcher Briefe! Aber was hätte es geschadet, wenn ich es trotzdem getan hätte?

Die Geschichte, die dahinter steckt, ist natürlich eine von Liebe und Tod. Ich war einst in meinen Englisch-Lehrer verliebt, und zwar sehr tragisch, weil ich spürte: Er nahm mich eigentlich kaum wahr. Ich war bei den Englisch-Schulaufgaben immer so aufgeregt, dass ich ein paar Leichtsinnsfehler reinhaute und dann trotz allen Paukens nur mit einer Zwei oder – Katastrophe! – einer Drei nach Hause ging. Niemand verstand meine Trauer darüber. Eines Tages musste ich ein Referat halten, auf Englisch, und gab mir fantastisch viel Mühe. Ich feilte an jedem Satz. Ich bat den Ami in der Nachbarschaft, es gegenzulesen. Ich lernte es auswendig, um nicht zu stocken. Und trotzdem… meine Koreferentin war so ein spritziges Schnuckelchen und kassierte mit ihrem hübschen Lächeln eine tolle Eins, obwohl mein inzwischen trainiertes Gehör ein paar klare Aussprachefehler bei ihr diagnostizierte. Ich bekam, trotz aller Perfektion, eine Zwei. Als ich meinen Mut zusammen nahm und fragte, wieso es wieder nur zu einer Zwei gereicht hatte, meinte der Pädagoge: Der Vortrag war zwar schon gut, aber ich wäre zu verkrampft gewesen. Und die Aussprache wäre nicht so hundertpro.

Am Boden zerstört ist gar kein Ausdruck. Abends ging ich dann in Richtung des frostklaren Waldes am Rande der Stadt mit einem Plan. Ich wollte laufen, bis ich müde war, und mich dann in den Schnee legen, und nicht mehr aufwachen. Das sollte ich wenigstens schaffen, wenn schon keine Eins in Englisch. Ich war schon müde, sehr müde. Ich hatte schon die ganze Woche kaum geschlafen. Es würde einfach sein.

Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen: Auf dem Weg zum Wald hin kamen aus einem kleinen Lokal am Stadtrand der Englischlehrer und das Schnuckelchen. Arm in Arm, eindeutig in eine großes „WIR“ verklammert. Bis dahin hatte ich noch Tränen und Würgen verspürt und eine matte Sehnsucht nach der Fortsetzung meines schmalen Daseins ohne Liebe und Sinn, aber das war nun vorbei. Ich war ein kleiner Roboter, der getrieben von einem schadhaften Programm seinem Untergang durch den leise fallenden Schnee entgegen stapfte. Ich war so müde. Es würde bald alles vorbei sein. Bald.

Die eisige Luft fror mir fast die Nase ab. Auf irgendeiner Waldlichtung spürte ich, dass der Schneefall aufgehört hatte. Ich sah nach oben und drehte mich. Die Sterne … normalerweise ist ihr Licht sehr kalt und abweisend in solchen Nächten. Doch heute schienen sie alle Hitze abzufeuern, deren sie fähig waren. Irgendetwas davon kam an, durch das All, durch die Kälte von 0°K, durch den gefrorenen komischen Staub. Die Lichtpunkte am Himmel verbanden sich zu diesem Zeichen: Shin. Ein hebräischer Buchstabe, aber noch mehr. Ein „Live long and prosper.“ Gesprochen von Mr Spock, mit der Geste.
shin
Damals berührte es ein Bewusstsein, das aufgeben wollte, mit einer Verheißung. Oder einem Segen. Später las ich einmal, dass das Wort „Segen“ im Hebräischen seine Wurzel in dem Wort „Knien“ hat. Vielleicht liegt die Vorstellung dahinter, dass sich ein mächtiges Wesen hinkniet und sich zu einem schwachen Menschen hinneigt, um ihm aufzuhelfen oder ihn zu beschenken.

In dieser Nacht, da mir alles abhanden gekommen war, wurde ich tatsächlich reich beschenkt, wie Sterntaler. Ich hatte nicht viel Ahnung von StarTrek, ich kannte nur ein paar Folgen der alten Serie. Aber ich sah diese vulkanische Geste im Himmel, ich hörte die Worte, und wusste: Es ist überaus erwünscht und willkommen, dass ich weiter lebe, auch mit einer Zwei. Auch ohne die Liebe meines Lebens.

In Respekt für Mr Spock, der für mich eine der Verkörperungen wurde, in die der „Retter“ schlüpft, versäumte ich keine StarTrek-Folge mehr. Ich guckte sogar „Voyager“, obwohl es mir nicht so gefiel. Egal, das wurde mein privater Gottesdienst. Und die Entdeckung, dass ich nicht allein war, sondern dass da draußen Millionen von Trekkies ihr Universum gestalten, war überwältigend.

Mr Nimoy, vielleicht haben Sie ja nur Ihren Job gemacht und Ihren Lebensunterhalt verdient. Sie und alle, die an StarTrek mitwirkten. Aber genau indem Sie dies taten, haben Sie in mir einen Dominostein angestoßen, der umfiel und ein dämliches Werk von Selbstsucht und Geltungsdrang mit riss. Ich habe eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens gelernt. Es sollten noch einige folgen, und die haben auch alle irgendwie mit StarTrek zu tun. Danke.
shin

Ins Getümmel

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Das war ein Wochenende! Eigentlich war ich krank, doch auf dem Weg zur Besserung. Am Samstag kam ich zwar pünktlich zum Markt und bekam die Präsentation der Ware noch mit. Zu müde, mich ins Getümmel zustürzen, genoss ich aber die Gespräche und emotes um die Taverne herum, wo ich mich aufhielt. Viel goreanische Atmosphäre war zu spüren. Die Mädchen im Käfig spielten super mit.

Am Sonntag abend ging es mir wesentlich besser, aber mein schwacher Rechner war durch den Lag nicht in der Lage, mir einen Bewegungsspielraum zu gewährleisten. Daher verkrümelte ich mich zum Tanzen auf eine andere Sim. Doch Owen fand, ich gehöre doch nach EnKara, egal ob bewegungsfähig oder nicht, und lud mich wieder zurück ein in die heimischen Gefilde. Die Versteigerung bekam ich noch mit. Es war klasse! Dadurch, dass es beinahe so etwas wie echtes Geld gab, kam die Auktion sehr realistisch.

Und dann: Das Theaterstück. Wie lange ich das schon mit mir herum geschleppt habe! Chara Charisma hatte mich einst vor ein paar Jahren schon darauf aufmerksam gemacht und mir auch das Grundgerüst einer Bearbeitung geschenkt, da sie sich aus den Gor-Aktivitäten zurück gezogen hat. Wenn ich Lust hatte, arbeitete ich immer ein wenig an dem Entwurf herum und baute ihn aus, legte ihn dann wieder lange weg, pfriemelte wieder daran herum usw… Bis ich nach EnKara kam und dort auf interessierte Ohren stieß. Lane las das Stück und sagte sofort: Das machen wir! Und baute sofort an einem riesigen Theater. Eigentlich hatte ich beim Schreiben eher an so ein Straßentheater aus Bretter und Vorhängen gedacht, aber dann, als gestern sich alle gespannt im Publikumsraum versammelten, war doch die Atmosphäre sehr theatermäßig. Ich war so rundum zufrieden und glücklich. So gut hätte ich das nie hinbekommen.

Danke euch allen, die ihr mein (naja, ein bisschen ist es auch meins) Theaterstück zum Leben erweckt habt. Und danke an alle Zuschauer fürs Kommen und den Applaus!

Schubidubaba

Die ewige Verdammnis kommt wahrscheinlich nicht, wenn man Pech hat :-/
Trotzdem, man sollte Gläubige nicht ärgern. Oder vielleicht doch? Manche habens verdient.

Kopfschütteln

kueche

Vor einiger Zeit wurde ich von Spielern angesprochen (nicht von der EnKara-Sim). Ob nicht ein RP mit mir möglich wäre? Ja, natürlich!, war meine begeisterte Reaktion. Was wollen wir denn machen?

Ich hatte eine Auswahl Vorschläge parat und unterbreitete meine Palette eifrig. Doch die Reaktionen: Neee, das gefällt mir nicht. Als Ganzes. Neee, nicht mit Amis. Neee, das ist mir nicht goreanisch genug. Neee, da muss man vielleicht kämpfen. Neee, da sind Panther, mit denen spiel ich nicht.

Was übrig blieb? Irgendwie so ein privates Techtelmechtel in einer Bude. Hm. Da habe ich natürlich auch nichts dagegen. Aber ich ziehe vor, wenn das private RP in ein goreanisches Gesamt-RP wie auch immer eingebettet ist. Ich mag doch auch Politik, auch mal einen Krieg, Auseinandersetzungen, Streit, Versöhnung, Familienfehden etc. Wenn man nur auf der sicheren Seite sein möchte, schließt man sich naturgemäß in seine vier Wände ein oder beschränkt bestenfalls auf seine Sim. Beschränkung. Warum? All die anderen können nicht spielen? Au weia.

Warum ist man denn auf dieser Fantasywelt Gor? Um einen Vorwand zu haben für ein wenig BDSM-Rumgemache? Na, wenn das alles sein soll, dann bleibe ich mit Freuden Stadtsklavin.

Leiser Einwurf von Charlies Tante

Auf einmal sind alle, obwohl weder Satiriker noch Zeichner, Charlie. Ich verstehe das, Solidarität mit den Opfern. Insofern würde ich auch gern Charlie sein. Doch…

Ich will mich zu einem Statement durchringen, nachdem ich die ganze Nacht herumsinniert habe. Ich mochte den „Charlie Hebdo“ nicht, ich fand diese Art, auf alles und jeden zu spucken, großkotzig. Ich hätte mir oft mehr Rücksicht gewünscht.

In meiner Uni-Zeit habe ich viele Muslime kennen und schätzen gelernt, in einem Freisemester in Nairobi lernte ich noch etliche mehr kennen und verabscheuen oder schätzen, je nach dem. Ob man mit einem Menschen auf einer Wellenlänge schwingt oder nicht, hängt nicht von dessen Religion ab, sondern hat mit der Art zu tun, wie er sie ausübt.

Ich bin kann mich nicht in die Reihen der Fans von Charlie einfügen, aber ich trete dafür sein, dass jeder seine Meinung ungehindert sagen, schreiben und zeichnen darf.